Das Ehrenmal in Buschhoven

im Volksmund „An den Kaisereichen

 

Zur Erinnerung an den Feldzug 1870/1871 wurde 1877 am jetzigen Standort in der Alten Poststraße vom Studentencorps Bonner Borussen ein kleiner Gedenkstein aufgestellt. Sie pflanzten 3 Eichen. Der spätere deutsche Kaiser Wilhelm II studierte in Bonn und war Mitglied in der vornehmen Studentenverbindung. Daher nannte der Volksmund die Anlage: „An den Kaisereichen“. Der Gedenkstein ist heute zentral in das Denkmal eingemauert.

Die Inschrift lautet: „Zur Erinnerung an den siegreichen Feldzug 1870-1871“. Oben ist das Eiserne Kreuz mit der Kaiserkrone, ein „W“ für Wilhelm und die Jahreszahl „1870“ eingemeißelt.

 

 

 

31 Buschhovener Väter und Söhne kehrten aus dem Ersten Weltkrieg 1914-1918 nicht zurück. Ihnen zu Ehren und zum Gedenken wurde 1931 ein Ehrenmal mit ihren Namen errichtet. Ein Dorfausschuss („Ausschuß zur Errichtung einer Kriegerehrung in Buschhoven“) unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers Mathias Schmitz wählte den Entwurf des Bonner Steinhauers Jakobus Linden aus. Der Ausschuss mit Vertretern aller Vereine und die Einwohner waren der Meinung, daß die Schutzmantelmadonna für unseren Ort das Richtige sei. Die Madonna ist im Wallfahrtsort Buschhoven unserer Rosa Mystica nachempfunden. Die Namen der Toten stehen auf 2 Tafeln links und rechts neben der Madonna.

Die feierliche Einweihung fand 25.10.1931 statt.

 

 

Ansicht des Ehrenmals nach Plan des Bildhauers J. Linden im Jahre 1931

 



Der Antrag des Gemeindevorstehers Schmitz vom 17.8.1931.

 


Der Zeitungsartikel vom 27.10.1931 - erschienen in der Volkszeitung Deutsche Reichs-Zeitung / Sieg-Rhein-Zeitung Godesberger Zeitung Nr. 350 N 25 - beschreibt die Einmaligkeit und das Besondere unseres Ehrenmals sowie die würdevolle Einweihung.

 


Die genauen Abmessungen findet man in der Chronik von Buschhoven und im Gemeindearchiv der Gemeinde Swisttal.

 

Der Zweite Weltkrieg 1939-1945 forderte in Buschhoven wieder einen hohen Tribut an Menschenleben. 66 Tote, das sind 10 Prozent der Einwohner, sind zu beklagen. Sie starben an der Front, sind vermißt oder wurden Kriegsopfer im Bombenhagel. Kinder, Frauen und Alte gehören zu den Opfern. Am Volkstrauertag 1961 wurde das erweiterte Denkmal eingeweiht. Die Namen der Toten wurden würdig in die untere Bruchsteinmauer links und rechts eingelassen.

 


Ansicht im Jahre 2005

 

Jetzige Inschrift von 1931:

DEN HELDEN DIE DEN TOD IM WELTKRIEG ERLITTEN ERRICHTET


Am 4.3.1945 wurde eine der 3 Eichen durch amerikanischen Beschuß völlig zerstört. Später wurde als Ersatz ein Ahorn gepflanzt.
Unser Ehrenmal steht heute unter gesetzlichem Denkmalschutz.

Immer hat man sich gewünscht und dafür gebetet, daß es einen dauerhaften Frieden geben möge. Heute im vereinigten Europa sind die Chancen dafür historisch gut. Dafür müssen wir uns alle engagieren. Nichts ist schlimmer als Krieg. Möge diese Anlage nie mehr erweitert werden.

  Quellenangabe:
Chronik Buschhoven
Gemeindearchiv der Gemeinde Swisttal in Ludendorf